Historische Route 66 in Arizona – Reisetipps und Highlights

Historische Route 66 in Arizona – Reisetipps und Highlights

Wer die lange Arizona-Etappe der Mother Road unterschätzt, merkt es meist zwischen Kingman und Holbrook: Die Distanzen wirken auf der Karte überschaubar, vor Ort reiht sich aber eine Ikone an die nächste. Genau deshalb lohnt ein Reiseführer für die historische Route 66 in Arizona, der nicht nur Orte nennt, sondern die Route sinnvoll ordnet – mit den Highlights der Route 66, Etappen, Hotelstopps und realistischen Fahrtzeiten.

Die Highlights der Route 66 zwischen Kingman und Holbrook

Arizona gehört zu den stärksten Abschnitten der gesamten Route 66. Auf rund 560 Kilometern liegen Westernkulissen, Neon-Motels, Diners, Railway-Nostalgie und mit dem Petrified Forest National Park sogar ein Nationalpark direkt an der historischen Strecke. Wer nur einzelne Orte ansteuert, verpasst oft den Reiz der Dramaturgie: erst das wilde Oatman in den Black Mountains, dann das klassische Route-66-Flair in Kingman und Seligman, anschließend Williams mit Grand-Canyon-Anschluss, das Eisenbahn- und Musikmotiv in Winslow und schließlich Holbrook mit Wigwam Motel und dem Zugang zum versteinerten Wald.

Kingman ©Arizona Office of Tourism

Für viele Reisende ist gerade diese Mischung entscheidend. Arizona liefert nicht nur Fotomotive, sondern echte Reisebausteine, die sich gut mit Las Vegas, Phoenix, dem Grand Canyon oder einer Südwest-Rundreise kombinieren lassen.

Roadtrip Planung Kingman & Flagstaff: die sinnvollste Strecke

Für die Roadtrip Planung zwischen Kingman und Flagstaff ist weniger die direkte Fahrzeit entscheidend als die Zahl der sehenswerten Umwege. Wer morgens in Kingman startet und abends bereits in Flagstaff ankommen will, kann zwar in gut 2,5 Stunden über die Interstate fahren, auf der Historic Route 66 wird daraus aber schnell ein voller Reisetag.

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Zwischen Kingman und Flagstaff liegen mit Oatman, dem Sitgreaves Pass, Hackberry, Seligman und Williams mehrere Stopps, die Zeit brauchen. Realistisch ist eine Route mit 7 bis 10 Stunden Tagesdauer inklusive kurzer Besichtigungen. Besonders schön ist die Aufteilung in zwei Etappen: Kingman oder Oatman als erster Übernachtungsraum, danach Seligman oder Williams, am nächsten Tag weiter nach Flagstaff oder Winslow.

Kingman selbst ist kein bloßer Durchfahrtsort. Das Powerhouse Visitor Center und das Route-66-Museum setzen den Ton für die Strecke. Danach folgt einer der markantesten Abschnitte Arizonas.

Oatman ©Arizona Office of Tourism

Tipps für Oatman und den Sitgreaves Pass

Von Kingman nach Oatman sind es etwa 45 Kilometer, die Fahrzeit liegt bei rund 50 Minuten – ohne Fotostopps. Diese Strecke führt durch die Black Mountains und über den Sitgreaves Pass, einen kurvigen, teils schmalen Gebirgsteil mit starkem Gefälle, engen Kehren und hervorragenden Ausblicken. Genau hier zeigt sich, warum eine vorherige Beschäftigung mit der Straßenführung über den Sitgreaves Pass sinnvoll ist. Nicht wegen komplizierter Orientierung, sondern damit Reisende den Charakter der Straße richtig einschätzen.
 
Mit großem Wohnmobil ist dieser Abschnitt nur eingeschränkt empfehlenswert. Wer ein Wohnmobil in Phoenix mietet, um die Route 66 zu befahren, sollte prüfen, ob der Oatman-Abschnitt besser ausgelassen und stattdessen direkt über Kingman weitergefahren wird. Mit normalem Mietwagen ist die Strecke dagegen ein Höhepunkt.

Anfahrt zum Hackberry General Store

Von Oatman zurück Richtung Topock und weiter nach Hackberry zu fahren lohnt sich vor allem für Reisende, die den abgelegenen, fotogenen Teil der Route mögen. Praktischer ist meist die Anfahrt von Kingman auf der historischen Strecke nach Osten. Der Hackberry General Store liegt etwa 45 Kilometer nordöstlich von Kingman, Fahrzeit rund 35 Minuten. Der ehemalige Gemischtwarenladen von 1934 dient heute als kultiges Info-Center und ist der perfekte Ort für originale Route-66-Souvenirs. Alte Zapfsäulen, Blechschilder und abgestellte Klassiker machen den Stopp zu einem der meistfotografierten Motive Arizonas.

Seligman ©An Pham

Sehenswürdigkeiten in Seligman

Seligman ist klein, aber für viele der emotionalste Route-66-Ort des Bundesstaats. Hier begann in den 1980er-Jahren der organisierte Erhalt der historischen Straße. Entsprechend kompakt und authentisch wirkt der Ort bis heute.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehören die bunte Geschäftsfront am Historic District, Angel & Vilma’s Original Route 66 Gift Shop und das berühmte Delgadillo’s Snow Cap. Für das Parken an diesem kultigen Diner gilt: Direkt davor und entlang der Historic Route 66 gibt es meist ausreichend Stellflächen. In der Hochsaison oder zur Mittagszeit kann es aber eng werden. Wer entspannt fotografieren und essen möchte, kommt idealerweise vor 11 Uhr oder erst am späteren Nachmittag. Übrigens: Seligman diente Pixar als Hauptinspiration für das Kult-Dorf Radiator Springs im Film „Cars“.

Seligman eignet sich eher als kurzer, intensiver Stopp als für eine lange Besichtigung. Ein bis zwei Stunden genügen, wenn kein ausgedehntes Mittagessen eingeplant ist.

Downtown Williams ©Arizona Office of Tourism

Williams, Grand Canyon Railway und Flagstaff

Von Seligman nach Williams sind es etwa 70 Kilometer, Fahrzeit rund 45 Minuten. Williams ist deutlich größer als Seligman und hat zwei Funktionen zugleich: klassischer Route-66-Ort und Ausgangspunkt für den Grand Canyon.
 

Bei der Suche nach Hotels an der Route 66 in Williams sollten Reisende unterscheiden, was ihnen wichtiger ist. Direkt an der historischen Hauptstraße übernachten heißt mehr Atmosphäre, teils aber auch mehr Betrieb. Motels und Hotels am Ortsrand sind oft ruhiger und praktischer für eine frühe Weiterfahrt. Wer den Abend in Williams mit Neonlichtern, Restaurants und kurzem Bummel auskosten möchte, ist im historischen Zentrum gut aufgehoben.

Grand Canyon Railway ©Xanterra Travel Collection thetrain.com

 

Ein zentraler Grund für eine Übernachtung ist die Grand Canyon Railway ab Williams. Die historische Bahn fährt von Williams zum Südrand des Grand Canyon und spricht besonders Reisende an, die keinen zusätzlichen Fahrtag mit dem eigenen Wagen einplanen möchten. Tickets und Platzkategorien sollten früh reserviert werden, vor allem in Ferienzeiten. Wer die Bahnfahrt nutzen will, plant in Williams idealerweise zwei Nächte ein.

Tusayan Grand Canyon Viewpoint ©Town of Tusayan

 

Wer direkt am Nationalpark übernachten möchte, sollte einen Abstecher nach Tusayan machen, der nächstgelegenen Stadt am Grand Canyon. Sie liegt nur rund 1,6 Kilometer vom South Rim entfernt. Von Williams aus erreicht man Tusayan über den Highway 64 in etwas einer Stunde. Die Stadt bietet schnellen Zugang zu den berühmten Aussichtspunkten wie Mather Point und Yavapai Point. Außerdem ist der Ort ein idealer Ausgangspunkt für Helikopterflüge über den Grand Canyon und beherbergt das Grand Canyon Visitor Center mit Informationen und Ausstellungen.

Ecke Aspen Ave. and San Francisco Street im historischen Downtown Flagstaff ©Discover Flagstaff

 
Flagstaff liegt weitere 55 Kilometer östlich, Fahrzeit etwa 40 Minuten. Die Stadt ist weniger reine Route-66-Kulisse als ein vollwertiger Urlaubsort mit hoher Aufenthaltsqualität. Für eine Reservierung im Hotel Monte Vista in Flagstaff gilt: Das Haus ist ikonisch, geschichtsträchtig und beliebt, aber nicht die richtige Wahl für jeden. Wer historisches Ambiente und Innenstadtlage schätzt, ist hier gut aufgehoben. Wer maximale Ruhe, große Parkflächen oder moderne Ausstattung priorisiert, sollte Alternativen prüfen.
 
Für viele Reisende ist Flagstaff der beste Ort für einen längeren Halt. Von hier lassen sich die Nationalmonumente Walnut Canyon, Sunset Crater und Wupatki sowie der Grand Canyon gut einbinden.
Unser Tipp: Das American Motor Hotel in Flagstaff
 

Winslow, Meteor Crater und Holbrook als östliche Etappe

Von Flagstaff nach Winslow sind es rund 95 Kilometer, Fahrzeit etwa 1 Stunde. Der Ort verdankt seine Bekanntheit dem Eagles-Welthit „Take It Easy“ und der berühmten Zeile „Standin’ on the Corner“. Für einen Zwischenstopp an der danach benannten Kult-Ecke „Standin’ on the Corner Park” reicht oft eine Pause von 30 bis 45 Minuten aus, wenn nur die Plaza, der Fotopunkt und ein Kaffee vorgesehen sind. Mit einem zusätzlichen Bummel durch die Altstadt kann daraus gut eine Stunde werden.

 Standin´on the Corner Park ©An Pham

 
Westlich von Winslow liegt der Meteor Crater. Für den Eintritt zum Meteor Crater sollte man nicht nur das Ticket selbst, sondern auch den Zeitbedarf bedenken. Mit Ausstellung, Aussichtspunkten und Besucherzentrum sind 1,5 bis 2 Stunden realistisch. Der Krater ist kein klassischer Route-66-Stopp mitten im Ortskern, aber eine der markantesten Naturattraktionen entlang der Etappe.
 

Holbrook liegt etwa 145 Kilometer östlich von Flagstaff, von Winslow aus rund 95 Kilometer. Hier trifft Route-66-Nostalgie auf den Zugang zum Petrified Forest National Park.

Wigwam Motel ©An Pham

 

Unser Tipp: Das Wigwam Motel in Holbrook

 

Wer eine Übernachtung im Wigwam Motel in Holbrook buchen möchte, sollte frühzeitig anfragen. Die kleinen Beton-Tipis gehören zu den legendärsten Unterkünften an der gesamten Route 66. Der Reiz liegt klar in der Originalität und im Kultfaktor, weniger in luxuriösem Komfort. Für eine Nacht ist das Erlebnis für viele Reisende dennoch ein Höhepunkt, gerade wenn die Route bewusst historisch inszeniert werden soll.

Petrified Forest ©National Park Service

Petrified Forest Nationalpark

Der Petrified Forest Nationalpark gehört zu den Ausnahmen, bei denen Nationalpark und historische Straße direkt miteinander verbunden sind. Im Park erinnern Markierungen an den Verlauf der alten Route. Gleichzeitig bietet der Nationalpark mit Crystal Forest, Blue Mesa, Painted Desert und den bunten Badlands deutlich mehr als nur einen Haken auf der Route-66-Liste.

Für den Besuch sollte mindestens ein halber Tag eingeplant werden. Wer nur von Holbrook kurz hinein- und wieder herausfährt, sieht wenig vom landschaftlichen Kontrast, der den Park besonders macht.

Beste Reisezeit, Kosten und Etappen

Die beste Reisezeit liegt meist zwischen April und Juni sowie von September bis Oktober. Im Hochsommer ist es in tiefer gelegenen Abschnitten wie Oatman oder Kingman sehr heiß, während Flagstaff durch seine Höhenlage deutlich angenehmer bleibt. Im Winter können dagegen Schnee und Glätte rund um Williams und Flagstaff zum Thema werden.

FAIRFLIGHT Touristik kombiniert solche Abschnitte auf Wunsch mit Flug, Hotels und passenden Reisebausteinen, was gerade bei einer ersten USA-Reise viel Koordination abnimmt. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Grand Canyon, Las Vegas oder Kalifornien zusätzlich eingebunden werden sollen.

Wer Arizona auf der Historic Route 66 wirklich erleben möchte, sollte nicht möglichst viel Strecke in möglichst kurzer Zeit abhaken. Besser ist eine Route mit Luft zwischen den Stopps – für ein spätes Frühstück in Seligman, einen Sonnenuntergang in Williams und genau den Fotomoment vor einem Wigwam in Holbrook.

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Titelbild: Hackberry General Store ©Dan Shewmaker

 

Kristian Lehmann
Nordamerika-Reisespezialist & Geschäftsführung bei FAIRFLIGHT at  | Website |  + posts

Kristian Lehmann gründete FAIRFLIGHT Touristik und prägt das Unternehmen seit September 2000 als Geschäftsführer. Er verfügt über eine tiefgehende, jahrzehntelange Reiseerfahrung in ganz Nordamerika und gilt als ausgewiesener Experte für maßgeschneiderte Rundreisen, Städte-Kombinationen sowie exklusive US-Sportevents. Ob Roadtrips durch die Nationalparks der Westküste, Inselhopping auf Hawaii, Reisen durch den Mittleren Westen oder die detaillierte Planung von Seattle und Westkanada – sein unschätzbares Praxiswissen sichert die hohe Service- und Planungsqualität für FAIRFLIGHT-Kunden.

Besuchte Reiseziele:
Florida: Orlando, Tampa, St. Petersburg, Clearwater, Anna Maria Island, Sarasota, Venice, Punta Gorda, Ft. Myers, Naples, Everglades National Park, Florida Keys, Miami, Ft. Lauderdale, Boca Raton, Palm Beach, Vero Beach, Cape Canaveral, Daytona Beach.
Kalifornien: San Francisco, Napa, Sonoma, Oakland, Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Pismo Beach, Santa Barbara, Santa Monica, Großraum Los Angeles, Palm Springs, Joshua Tree Nationalpark, Huntington Beach, Newport Beach, Laguna Beach, Dana Point, Carlsbad, San Diego.
Hawaii: Oahu, Maui & Hawaii Island.
Weitere Ziele Westküste: Las Vegas, Scottsdale/Phoenix, Salt Lake City, Grand Canyon, Seattle mit Olympic Peninsula & San Juan Islands.
Ostküste: New York City, Boston, Washington sowie Neuengland (Vermont, New Hampshire, Maine und Massachusetts), New Jersey, Niagara Falls & Long Island.
Mittlerer Westen: Chicago, Minneapolis und nördliches Minnesota, Illinois, Missouri, Kansas (Kansas City & Topeka), Texas, New Orleans mit Louisiana.
Kanada: Vancouver & Ottawa.
Sportevents: US Open Tennis sowie diverse Spiele der NBA, NHL & NFL.

 

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