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Verkehrsregeln und Bußgelder in den USA

Verkehrsregeln und Bußgelder in den USA

Die USA sind bei deutschen Touristen und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Laut einer Visit-USA-Statistik aus dem Jahre 2011 haben sich 2010 insgesamt 1,726 Millionen Touristen für eine Reise in die USA entschieden. Da das weite Land geradezu zu interessanten Touren einlädt, kommt den Themen Mietwagen, Verkehrsregeln und Bußgelder eine sehr hohe Bedeutung zu. Wer sich diesbezüglich vorher nicht ausreichend informiert, kann mitunter böse Überraschungen erleben. Daher ist es wichtig, sich mit den Besonderheiten des US-amerikanischen Straßenverkehrs vertraut zu machen.

Reisevorbereitung für einen unbeschwerten Urlaub

Wer eine Reise in die USA unternehmen möchte und dabei im Urlaubsland auch mit dem Auto unterwegs sein wird, sollte entsprechend vorbereitet sein. Dazu gehört beispielsweise die Beantragung eines internationalen Führerscheins. Die Vorlage des normalen deutschen Führerscheins in den USA reicht zwar häufig aus, um ein Auto anzumieten und am Straßenverkehr teilzunehmen, aber der internationale Führerschein kann von der Mietwagenfirma verlangt werden. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, ist es ratsam, einen internationalen Führerschein bei sich zu tragen. Der ADAC bietet ebenfalls Informationen zum Thema “Führerschein in den USA”. Für die internationale Variante sind keinerlei zusätzliche Prüfungen erforderlich. Der Führerschein sollte lediglich einige Wochen vor der Abreise beim zuständigen Straßenverkehrsamt beantragt werden. Die Behörden berechnen für die Ausstellung des Dokuments eine Gebühr von 15 Euro.  Ferner ist es sinnvoll, seinen deutschen Führerschein und ein geeignetes Lichtbild bei der Beantragung mitzubringen.

Welche besonderen Verkehrsregeln und Vorschriften gelten in den USA?

VerkehrsschilderIn den USA gilt wie in Deutschland grundsätzlich Rechtsverkehr, was auch in allen Staaten gleich gehandhabt wird.  Ansonsten haben die einzelnen  Bundesstaaten jedoch recht individuelle Verkehrsregeln, so dass man sich vor einer Reise stets genau über den jeweiligen Vorschriften in den einzelnen Bundesstaat informieren sollte. In vielen Staaten der USA ist es beispielsweise verbreitet, dass an einer roten Ampel trotzdem rechts abgebogen werden darf. Der Fahrer muss lediglich kurz zum Stehen kommen und sicherstellen, dass kein Verkehrsteilnehmer durch das Abbiegen gefährdet wird. Lediglich an Ampeln, an denen das Zusatzschild „No Turn on Red“ angebracht ist, muss auf grün gewartet werden. Leider kennen nicht alle Bundesstaaten diese Regelung, so dass eine vorherige Recherche in jedem Fall unumgänglich ist. Foto: Verkehrsschilder

Eine weitere besondere Verkehrsregel stellt das „4 Way Stoppschild“ an Kreuzungen dar. Dieses schreibt für Fahrzeuge aus allen Richtungen zunächst einen Stopp an der Kreuzung vor. Danach können die Verkehrsteilnehmer die Kreuzung in der Reihenfolge verlassen, wie sie angekommen sind.

amerikanischer Schulbus

Die gelben Schulbusse nehmen im amerikanischen Straßenverkehr eine Sonderstellung ein, denn sollten ihre roten Lichter blinken, dürfen sie weder überholt noch von der anderen Seite passiert werden. Wer als Fahrer also einen Schulbus erblickt, sollte genau hinschauen, da Verstöße gegen diese Regel teuer werden können. Foto: amerikanischer Schulbus

Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in jedem Bundesstaat unterschiedlich gehandhabt. Sollte keine Höchstgeschwindigkeiten ausgeschildert sein, existieren folgende Richtwerte:

  • 65 m/h (104 km/h) auf Highways (weicht je nach Staat deutlich ab)
  • 25 m/h (40 km/h) in Ortschaften
  • 15 m/h (25 km/h) in Schulgebieten
  • 65-75 m/h (104-120 km/h) auf einer Interstate

Im Gegensatz zum europäischen Verkehrssystem weist das US-amerikanische auch eine Besonderheit bei mehrspurigen Straßen auf. So sollen das „Keep in Lane“-Prinzip umgesetzt und häufige Spurwechsel vermieden werden. Deshalb kann eine Überholung auf solchen Straßen auch von rechts erfolgen. Bei einem Spurwechsel nach rechts muss sich ein Autofahrer in den USA also ebenfalls vergewissern, ob gerade niemand überholt.

Alkohol am Steuer wird in den Staaten schlichtweg nicht toleriert. Es herrscht ein absolutes Alkoholverbot. In einzelnen Staaten dürfen Alkoholika auch nicht offen und sichtbar im Wagen transportiert werden. Wer dieser Regelung zuwider handelt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Da der Brandschutz aufgrund der Holzbauweise in den USA besonders wichtig ist, finden sich häufig rote Hydranten am Straßenrand. Das Parken vor einem solchen Hydranten ist streng verboten. Wer dagegen verstößt, muss ein hohes Bußgeld zahlen und sein kostenpflichtig abgeschlepptes Fahrzeug auslösen.

Auf vielen Straßen in den USA gibt es sogenannte Abbiegespuren. Diese dienen dazu, den Linksabbiegern einen eigenen Bereich zuzuordnen, ohne dass diese den restlichen Verkehr behindern. Diese sind mit Vorsicht zu genießen, weil vor allem auf älteren Straßen die Linksabbiegerspur von beiden Seiten aus genutzt werden kann.

Die wichtigsten Verkehrsregeln und Vorschriften im Überblick:

  • Einzelne Bundesstaaten regeln viele Verkehrsangelegenheiten recht unterschiedlich
  • An roten Ampeln ist in vielen Staaten das Rechtsabbiegen erlaubt
  • „No turn on Red“-Schilder sorgen für Ausnahmen von der Abbiege-Möglichkeit an roten Ampeln
  • „4 Way Stopp“-Schilder an Kreuzungen zwingen Autofahrer an allen Seiten der Kreuzung zum Halten (Weiterfahren in Reihenfolge der Ankunft)
  • Schulbusse mit Blinklichtern dürfen weder überholt, noch von der Gegenseite passiert werden
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in Bundestaaten individuell festgelegt
  • Das „Keep in Lane“-Prinzip erlaubt auf mehrspurigen Straßen das Überholen von rechts
  • Absolutes Alkoholverbot für Autofahrer in vielen Bundesstaaten
  • Parkverbot vor Hydranten
  • Spezielle Linksabbiegerspuren auf mehrspurigen Straßen für beide Seiten

Bußgelder im Urlaub – Ärger und finanzielle Einbußen im Urlaub vermeiden

Wer in den USA einen Mietwagen in Anspruch nimmt, sollte diesen vor Abfahrt auf seine Funktionstüchtigkeit überprüfen. Eventuelle Bußgelder, sie sich aus Funktionsfehlern ergeben, muss der Mieter nämlich selbst zahlen. Im Regelfall sind bekannte Ausstattungsgegenstände wie ein Warndreieck, ein Verbandskasten oder auch eine Warnweste keine Pflicht, Regelungen in den einzelnen Bundesstaaten können jedoch davon abweichen. Die meisten Wagen sind zudem mit Ganzjahresreifen ausgestattet, so dass sich die Frage nach Winterreifen im Regelfall nicht stellt. Eine bundesweite Winterreifenpflicht herrscht in den USA zudem nicht. Einige Autovermietungen stellen je nach Bedarf trotzdem Winterreifen und auch Schneeketten zur Verfügung, falls dies aufgrund der Wetterbedingungen in der jeweiligen Region notwendig ist.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?

Bei der Anmietung eines Wagens gilt der Versicherungsschutz der eigenen Kfz Versicherung verständlicherweise nicht, da diese für das eigene Auto abgeschlossen wurde. Bei einem speziellen Versicherungsschutz kommt es ganz darauf an, wo man die Autovermietung in Anspruch nimmt. Es gibt mittlerweile auch viele Anbieter, die beispielsweise über das Internet eine Autovermietung für den USA-Aufenthalt anbieten. Hier sind eine Diebstahlversicherung und eine Vollkaskoversicherung häufig bereits im Preis mit inbegriffen.

Wird das Auto hingegen erst in den USA selbst abgemietet, muss eine Zusatzversicherung zunächst noch abgeschlossen werden. Hier besteht die Wahl zwischen der collision damage waiver (CDW), die wie eine Vollkaskoversicherung funktioniert und die Haftung erheblich reduziert, und der sogannanten Super CDW. Wer sich für eine Super CDW (SCDW) entscheidet, erhält eine Haftungsbefreiung und einen Diebstahlschutz, der jedoch nur für den Wagen und nicht die Gegenstände darin gilt. Darüber hinaus lassen sich durch Zusatzklauseln die Versicherungssummen erhöhen und es kann auch eine Forderungsausfalldeckung vereinbart werden.

Die wichtigsten Aspekte zum Versicherungsschutz im Überblick:

  • Eigene Kfz-Versicherung gilt nicht für Mietwagen
  • Europäische Anbieter für US-Autovermietungen bieten einen integrierten Versicherungsschutz
  • Wahl zwischen Vollkasko mit reduzierter Haftung und Haftungsbefreiung
  • Zusätzliche Klausel für höhere Versicherungssummen und Forderungsausfalldeckung möglich

Übertretungen der Geschwindigkeit – wie werden Temposünden geahndet?

VerkehrskontrolleAuch wenn die Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb der USA nicht einheitlich geregelt sind, gibt es einige wichtige Tempomarken, die sich jeder merken sollte. So gilt in Schulgebieten eine Begrenzung auf 15 m/h, was in etwa 25 km/h ausmacht. In Ortschaften darf zudem häufig nicht schneller als 25 m/h (40 km/h) gefahren werden.  Wer hier zu schnell unterwegs ist, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Generell werden Geschwindigkeitsübertretungen deutlich strenger geahndet als in Deutschland. Die Beschilderung für Höchstgeschwindigkeiten kann sehr häufig wechseln und Geschwindigkeitskontrollen kommen recht häufig vor. Wer also Bußgelder in Bezug auf Temposünden vermeiden möchte, sollte stets den Überblick behalten. Foto: Verkehrskontrolle

Alkohol am Steuer – welche Strafen sind möglich?

Gerade in den USA gilt fast überall eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Alkohol am Steuer. Darüber hinaus darf Alkohol auch nicht sichtbar im eigenen Fahrzeug mitgeführt werden. Wer zudem bereits geöffnete Behältnisse mit alkoholischen Getränken im Auto mitnimmt, muss ebenfalls mit einer Strafe rechnen. Neben einem hohen Bußgeld kann hier je nach Region sogar ein kurzer Gefängnisaufenthalt Folge des Verkehrsverstoßes sein. Aus diesem Grund sollte auf Alkohol am Steuer komplett verzichtet werden, um keinen Ärger zu riskieren.

Sonstige Verkehrsdelikte

Es gibt einige Verkehrsdelikte, die fast nur in den USA geahndet werden. Dazu gehört beispielsweise das Bußgeld wegen zu häufigen unmotivierten Spurwechseln. Wer gegen das „Keep in Lane“-Prinzip verstößt, muss in machen US-Bundesstaaten bis zu 20 Dollar Bußgeld zahlen. Das Telefonieren mit dem Handy ist hingegen nicht bundesweit verboten, sondern wird lediglich von einigen Bundesstaaten unter Strafe gestellt.

Rauchen am Steuer ist in einigen Bundesstaaten mitunter auch verboten, solange Jugendliche oder Kinder mit im Wagen sitzen. Zuwiderhandlungen können ebenfalls sehr hohe Strafen nach sich ziehen.

Bei einem Verstoß gegen Parkvorschriften winken wie in Deutschland auch entsprechende Bußgelder. Diese fallen je nach Bundesstaat mitunter deutlich höher aus als in Deutschland. Außerhalb von Ortschaften darf der eigene Wagen nur auf entsprechenden Parkplätzen abgestellt werden. Sollte woanders ein Halt gesucht werden, muss das Fahrzeug komplett von der Straße entfernt werden. Parken am Fahrbahnrand ist in den USA zudem nicht so verbreitet wie hierzulande, weil viele Fahrzeughalter zu Hause auf dem eigenen Grundstück parken. Diesbezüglich sollte man auf eine gelbe Linie am Bürgersteig achten, weil diese ein Parkverbot signalisiert.

Die Ahndung sonstiger Verkehrsdelikte im Überblick:

  • Unmotivierte Spurwechsel werden mancherorts mit Bußgeldern belegt
  • Rauchen am Steuer ist in einigen Bundesstaaten verboten, wenn Jugendliche oder Kinder mit im Wagen sitzen
  • Telefonieren am Steuer ist nicht in jedem Bundesstaat verboten
  • Missachtung von Parkverboten kann hohe Bußgelder mit sich bringen

Wenn doch ein Bußgeld fällig wird – was sollte beachtet werden?

PolizeikontrolleWer mit seinem Mietwagen in eine Polizeikontrolle gerät und deshalb ein Bußgeld zahlen muss, erhält die Möglichkeit, das Geld per Kuvert noch im Land bar an die jeweilige Behörde zu versenden oder eine Geldanweisung bei einer Bank durchzuführen. Wird man hingegen geblitzt, erhält man einen Strafzettel an seine heimische Postadresse und die Bezahlung wird komplizierter. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, möglichst immer direkt im Land zu zahlen, weil eine spätere Überweisung nicht selten mit Komplikationen verbunden ist. Foto: Polizeikontrolle

Werden Bußgelder aus den USA auch in Deutschland vollstreckt?

Eine grundsätzliche Vollstreckung von Bußgeldern aus den USA ist in Deutschland nicht möglich. Trotzdem erhalten die Behörden in den USA häufig ihr Geld, denn diese stellen es der Mietwagenfirma in Rechnung, welche im Regelfall über die Kreditkarten-Daten des Verkehrssünders verfügt. Auf diesem Weg erfolgt die Abbuchung vom Kreditkartenkonto. Wer dagegen vorgeht und die Bezahlung verweigert, riskiert bei einer späteren Einreise eventuell eine Abweisung. Es besteht also für die Behörden die Möglichkeit, säumigen Verkehrssündern aus dem Ausland die Einreise in die USA zu verweigern. Wer dies nicht riskieren möchte, sollte das Knöllchen lieber bezahlen.

Tipps zum Thema Verkehrsregeln und Bußgelder in den USA

Autofahren in den USAWer auf seiner USA-Reise einen Mietwagen nutzen möchte, sollte sich vorher umfassend über die Verkehrsregeln in den jeweiligen Bundesstaaten informieren. Jeder Staat regelt bestimmte Aspekte anders, so dass es keine einheitlichen Regelungen gibt. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich jedoch teure Bußgelder umgehen und man kann sich auf eine sehr schöne Urlaubszeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten freuen. Foto: Los Angeles – photo credit Philipp Barth

Der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V., haben vor kurzem unser umfangreiches E-Book zum Thema “Bußgeld aus dem Ausland” veröffentlicht. Hier finden interessierte Leser verschiedene Informationen zu:

  • Muss ein Bußgeld aus dem Ausland gezahlt werden?
  • Einspruch gegen das Bußgeld im Ausland
  • Fahrverbot in Deutschland – Darf ich trotzdem im Ausland fahren?
  • Fahrverbot, das im Ausland verhängt wurde, uvm.

Hier geht es zum E-Book: http://www.bussgeldkataloge.eu/bussgeld-aus-dem-ausland.pdf

Redaktioneller Hinweis

Die Tipps wurden Ihnen von dem Autoversicherungsportal präsentiert. Das Vergleichsportal gehört zur Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH.

3 Kommentare

  1. M.Sundermann

    Wir sind gerade 6000 Km durch den Westen gefahren und haben nichtmal gesehen das geblitzt wurde. Auch große Trucks fahren so schnelle wie er auf den Schildern steht. Richtung Las Vegas sind die mit 130 KM/h unterwegst. Sollte man etwas aufpassen. Generell ist das Autofahren in den USA viel entspannter als bei uns.

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  2. Mandy

    Ich bin auf dem Weg nach key west wegen 7mp/h zu schnell angehalten worden. 131$ sind fällig. Hab einen Kuvert bekommen. Hab’s mir im Urlaub aber nicht angeschaut. Bin jetzt wieder in Deutschland, soll ich das Geld da rein stecken und einfach in die USA schicken??? Habe keine kontodaten oder sonstiges bekommen

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  3. Astrid Kohl

    Mir ist das auf dem Ocean Drive in Miami Beach passiert. Wir hatten die Zeit um 8 Minuten überschritten. Die Rechnung knapp 60 US $.
    Also schön aufpassen 🙂

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